Anm. des Autors: Der folgende Bericht wurde auf Basis eines Toshiba Tecra M5-Notebooks verfasst und bezieht sich auf die GNOME-Version von Fedora 8.
Da mir Ubuntu mit der Zeit zu einfach geworden ist, ich mich aber sehr gut mit GNOME-Desktopumgebung angefreundet habe, habe ich mich auf die Suche nach einer neuen GNOME-Distribution gemacht und bin auf das brandneue Fedora 8 „Werewolf“[1] gestossen.
Download
Nach zwei Installations-Versuchen mit der Live-CD(1,4 GB Traffic, 140 Minuten Downloadzeit) habe ich mich dazu durchgerungen die Installations-DVD(3,3 GB Traffic, 300 Minuten Downloadzeit) über den Bittorrent-Client „Transmission“ [2] der sich als äußerst stabil erwiesen hat, herunterzuladen.
Installation
Wie üblich das ISO-Image auf DVD brennen und dann von der DVD booten. Die Installation verläuft ähnlich wie bei Ubuntu oder PCLinuxOS. Sonst verläuft alles wie gehabt,Einstellung der Zeitzone, Programmauswahl usw. Positiv hervorzuheben ist die einfache Installation auf einer verschlüsselten Partition.Außerdem kann man bei der Programmauswahl zwischen verschiedenen Einsatzgebieten wählen(Office, Server, Entwicklung). Natürlich kann man sich seine Installation auch selber zusammenbauen. Das gibt es bei der Ubuntu-LiveCD-Installation und bei PCLinuxOS nicht. Nach der Installation muss man nur noch ein paar letzte Einstellungen tätigen und schon kann es losgehen.
Erste Schritte
Sofort besticht Fedora duch sein sehr stilvolles Design[4].Alle GTK-Anwendungen passen sehr gut zueinander. Auch die Simplizität der Paketverwaltung YUM und der GUI(Pirut) für diese beeindrucken. Fortgeschrittenen Linux-Usern dürfte der nichtssagende Software-Installationsvorgang nicht sonderlich gut gefallen. Wer das Terminal nicht scheut sollte daher direkt über YUM installieren. Fedora 8 bringt den Kernel 2.6.23 mit, was gegenüber der mit Ubuntu 7.10 ausgelieferten 2.6.22 Version einige Vorteile in Sachen Treiber mitbringt. So wurden z. B. einige neue Treiber für Broadcom-Wlan-Module integriert. Mein Intel Wlan ABG 3495-Chip wurde auch schon bei der Live-CD anstandslos erkannt. Mit meinem Wlan-Netzwerk gab es auch keine Probleme, was aber auch daran liegen mag dass ich mit einem Intel Wlan-Chip und einem unverschlüsselten Netzwerk die optimale Linux-Konfiguration habe.
Weitere Konfiguration
Wie bei Ubuntu gibt es bei Fedora eine halbautomatische Update-Funktion. Drei Klicks und ein bisschen Wartezeit und man hat die aktuellsten Pakete auf dem Rechner. So dauert es bei Ubuntu immer einige Tage bis die neue Firefox-Version in den Paketquellen auftaucht. Bei Fedora dauert es nur ein paar Stunden. Mit den Grafiktreibern gab es auch unter Wine keine Probleme und ich konnte schon ein paar Minuten nach der Installation Anno 1602(xD) spielen. Auch die Compiz-Konfiguration geht erfreulich einfach von der Hand. Nur Besitzer von ATI- undnVidia-Grafikkarten müssen erst über das Livna-Repository[5] die proprietären Treiber installieren.
Sicherheit
Auf Sicherheit wird bei Red Hat Enterprise Linux(und damit auch bei Fedora) besonderen Wert gelegt. Schon vor dem ersten Einloggen kann man eine Desktop-Firewall konfigurieren, was, natürlich, leicht von der Hand geht. Um die Root- und Programmrechte kümmert sich (Red Hats Entwicklung) SELinux(Security Enhanced Linux). Es ist vergleichbar mit AppAmor, welches unter Ubuntu 7.10 eingesetzt wird. Allerdings hat SELinux eine deutlich größere Fülle an vorinstallierten Programmprofilen.
Mein Fazit:
Fedora ist eine sehr benutzerfreundliche und fortschrittliche Distribution(was wohl an der Nähe zu Red Hat liegt). In der neuen Version 8 „Werewolf“ sinnvolle und schöne Neuerungen[6] eingebracht. Wer Ubuntu und/oder Mandriva(PCLinuxOS) nicht mag sollte sich Fedora unbeding anschauen.
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